Lied des Leierkastenmanns

Nüchtern steh’ ich jeden Morgen
An der Straßenecke und
Frisch gemachte Alltagssorgen
Kreuzen meinen Weg mit Grund.
Oder ohne, wie auch immer
Alles bleibt so, wie es war
Manche sagen, es geht schlimmer,
Manche sagen, wunderbar.
Ich ertrage das Geseier
Meiner Zeitgenossen kaum.
Jeden Tag die gleiche Leier,
Sitte hält den Geist in Zaum

So ist er, der Lauf des Dinge
Langsam läuft er bestenfalls
Schleichend legt sich dann die Schlinge
Um den Luft erheisch‘den Hals
Drückt es schon an euren Kehlen?
Wird die Luft ein bisschen knapp?
Schneidet ihr euch eure Seelen
Oder die Krawatte ab?
Jeden Tag die gleiche Leier?
Einmal wird es anders sein! -
Heißt es eines Morgens „Nein“
Oder bei der Totenfeier.


Anmerkung:
Mir unsäglicher Penetranz in der Fußgängerzone vorzutragen, täglich.

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