Archiv für November 2013

Bolle

Bolle schuftet schon seit Wochen
Sich seine Finger wund.
Zum Chef kommt er gekrochen
Noch wie ein räud’ger Hund.
In seinem kargen Leben
Ist nie etwas passiert.
Aber trotzdem hat sich Bolle
Stets köstlich amüsiert.

Doch eines Tages brach er
Dann vor Erschöpfung ein.
Und fragte sich dann nachher:
Kann das denn alles sein?
Die Frage hat er kurz darauf
Ganz einfach selbst negiert.
Von da an hat sich Bolle
Ganz kräftig amüsiert.

Er ging am nächsten Morgen
Noch mal zur Arbeit hin.
Jedoch ganz ohne Sorgen
Er hatte was im Sinn.
Den Schraubenschlüssel hat er
Im Räderwerk platziert.
Und dabei hat sich Bolle
Ganz köstlich amüsiert.

Er ging in freien Stücken
Ganz rasch ins Chefbüro.
Doch wollte sich nicht bücken
Er musste nur aufs Klo.
Dem Hampelmann hat er drum auf
Den Schreibtisch uriniert.
Und dabei hat sich Bolle
Ganz köstlich amüsiert.

Jetzt fehlt ihm zwar der Zaster
Für köstlichen Konsum,
Doch Geld ist nur ein Laster
Genau wie Eigentum.
Die voll gestopften Taschen
Hat er dezent kaschiert.
Und der Besuch im Supermarkt
Hat köstlich amüsiert.

Er steht nunmehr ganz schändlich
Nicht in des Staates Gunst.
Dafür hat er jetzt endlich
Viel Zeit für seine Kunst.
Der Polizei hat er drum nachts
Die Autos pink lackiert.
Und dabei hat sich Bolle
Ganz köstlich amüsiert.

Die Miete ließ er bleiben;
Sein Hauswirt war entsetzt.
Er wollte ihn vertreiben,
Doch Bolle sprach „Besetzt!“.
Die Wohnung hat er kurz darauf
als Freiraum etabliert.
Und das hat nicht nur Bolle
Ganz kräftig amüsiert.

Das Lied ist nun zu Ende,
Ich hoffe nun ihr schreibt,
’S auf alle grauen Wände,
Dass seine Botschaft bleibt.
Wer morgen noch zur Arbeit geht,
Der hat jetzt nichts kapiert.
Genug der Schufterei, macht Schluss!
Es wird sich amüsiert!
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