Ein Besuch

Ich werde dich besuchen,
Obwohl du selber nie erscheinst.
Dann gibt es Tee und Kuchen
Und alles ist wie einst.

Dann schwelgen wir im Gestern.
So ist es längst nicht mehr.
Wir waren einst wie Schwestern,
Doch das ist lange her.

Du hast nur wenig Stunden
Für mich. (Was du verneinst)
Sie schrumpfen zu Sekunden.
Die Sanduhr tropft wie einst.

„Die Zeit erlaubt kein Schwächeln“,
So ich: „es ist wie einst.“
Ich seh’ dich zaghaft lächeln
Und spüre doch, du weinst.

Früh merke ich dein Hasten,
Noch lässt es mich nicht kalt.
Ich will dich nicht belasten
Und lüge noch „Bis bald.“

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4 Antworten auf „Ein Besuch“


  1. 1 Moritz 25. April 2012 um 9:27 Uhr

    Beziehungen im Zeitalter der Beschleunigung? ^^
    Nein, sehr melancholisch, mir fehlen die Worte. Ich schreib trotzdem mal einen Kommentar, weil.

  2. 2 Emil 25. April 2012 um 17:52 Uhr

    Es freut mich, dass du kommentiert hast. Ja, das Gedicht erinnert schon ein wenig an Rosas Theorie. Das war aber keine Absicht, sondern resultiert aus Erfahrungen, die ich in letzter Zeit gemacht habe. Was aber vielleicht die beste Bestätigung seiner Theorie ist…

  3. 3 MarigoldPing 05. Dezember 2012 um 21:38 Uhr

    Ja, gefällt mir wirklich gut das Gedicht, vor allem weil ich das Gefühl, welches es rüberbringt teile.

    Sehr schön jedenfalls. :)

  4. 4 Emil 05. Dezember 2012 um 22:28 Uhr

    Liebe MarigoldPing,

    vielen Dank. Gerade bei diesem Gedicht haben mir viele Menschen gesagt, sie fänden sich in ihm wieder, was nur meine bittere Vermutung bestätigt, dass ich diesen Schmerz nicht alleine zu tragen habe.

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