Ein süffisanter Jahresrückblick 2011

[wird überarbeitet]

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10 Antworten auf „Ein süffisanter Jahresrückblick 2011“


  1. 1 Roger 01. Januar 2012 um 16:58 Uhr

    http://de.wikipedia.org/wiki/Verslehre

    Klingt wie die „Prosa“, die Tante Gretel in der Lokalzeitung von Bad Fallingbostel zum Sechzigsten gewidmet wird. Nur nicht lustig.

  2. 2 Emil 01. Januar 2012 um 17:36 Uhr

    Lieber Roger,

    könntest du deine „Kritik“ bezüglich der Metrik konkretisieren? Lustig ist es wirklich nicht, da gehe ich d’accord.

    P.S.: Den „Juli“ hab ich nun leicht abgewandelt. Das „uns“ hatte mich dort gestört.

    Liebe Grüße,
    Emil

  3. 3 Roger 01. Januar 2012 um 19:30 Uhr

    Mir scheint, selbst bei unakzentuiertem, staccatoartigem Lesen kommt man nur bis zum April halbwegs durch, spätestens dort überschlägt sich das Ganze: „Zerrissen“ und „doch“ überlagern sich genauso wie „Kissen“ und „symbolisch“. Außer man ändert das Metrum plötzlich und verschluckt die erste Silbe, wobei dann die Betonung von William in die zweite Silbe verrutscht. Brrr.

    Im Januar springt die sinnfällige Betonung von „in“ auf „ihren“ über, um den Rhythmus zu halten, im Mai tun die Wörter „Friedensnobelpreis“ und „schwups“ jedem lyrischen Empfinden Gewalt an, wobei die verstörende und erzwungene Betonung „FRIEdensNObelPREIS“ hoffentlich auf einem Fehler meinerseits beruht. Im Juli mit dem Zeilenumbruch zu schummeln mag noch als Stilmittel durchgehen, die Akzentuierung vom Prädikat „war“ auf das Füllwort „auch“ zu verlegen, liest sich wie Fingernägel auf Tafel. Im September steht ein sinnwidriges „Gebärden“ mit falschem Artikel, wo ein nicht-reimendes „Gebahren“ hingehört, gleich die nächste Zeile vertut sich im Numerus (Autokrat UND Gebahren/Gebärden = Plural ==> Wurden). Usw. usf.

    Nichts für ungut. Inhaltlich hätte ich wenig bis nix auszusetzen (und dass sich Dinge diskutieren ließen, spricht ja keineswegs gegen ein Gedicht!). Aber so manches tat einfach beim Lesen weh.

  4. 4 Emil 01. Januar 2012 um 20:59 Uhr

    Hey,

    beim September kann ich dir nur zustimmen und mit dieser Strophe bin ich auch nicht zufrieden. Mal schauen, ob mir noch was Besseres einfällt.
    Dass „Friedensnobelpreis“ nicht zum Versfuß passt, war mir bewusst, allerdings ist dieses Wort meines Erachtens für diese Strophe unverzichtbar, wodurch ich diesen Bruch verschmerzbar finde.
    Ansonsten kann ich deine Kritik nur bedingt nachvollziehen. Ich versteh nicht, was du im „April“ mit den sich überlagernden Wörtern meinst. Das liest sich flüssig, wie ich finde. Die Namen William und Kate stören mich dort, aber so heißen die beiden ja nun mal. :-)

    Aber trotzdem: Danke für die konstruktive Kritik!

    Liebe Grüße,
    Emil

    Nachtrag: Ich habe nun spontan den „September“ umgeschrieben und damit hoffentlich semantische und grammatische Mängel beseitigt.

  5. 5 Kotzen 03. Januar 2012 um 11:31 Uhr

    Ohje, hätte ich vorher gesehen, dass dein Blogroll diesen philosemitischen Idioten Reflexion aufweist, hätte ich dich sicher nicht bei Facebook verlinkt. Ein Fehler, der sicherlich nicht nochmals passiert.

  6. 6 Emil 03. Januar 2012 um 16:17 Uhr

    Mir gefällt gewiss nicht jeder Artikel bei „Reflexion“, denn der antideutschen Bewegung (die wie jede andere nicht homogen ist) stehe ich kritisch gegenüber.

    Dennoch bin ich der Meinung, dass auf „Reflexion“ gute Artikel über regressive Tendenzen bei vielen Linken erscheinen. Auch meine Texte haben oft den Anspruch, solche Tendenzen aufzuzeigen, wie du u.a. bei „ Und sie rocken für Deutschland – beide “, „ Die Toleranz der Belustigung “ oder „ Das System Kapitalismus “ sehen kannst.

    Befremdlich und kritikwürdig finde ich, dass du den Begriff „philosemitisch“ gebrauchst. Diesen kenne ich lediglich als Propagandabegriff eindeutig antisemitischer Kreise und lehne ihn daher ab.

  7. 7 Morph 08. Januar 2012 um 16:48 Uhr

    Hey Emil,

    wieder mal ein großes Lob, dass du dich jedes Jahr hinsetzt und den süffisanten Jahresrückblick verfasst. Die Pointe fand ich persönlich durchaus lustig, der Rest ließ sich zum Teil tatsächlich holpriger lesen, als deine vorigen Jahresrückblicke, was ich aber nicht als Nachteil empfinde, bleiben dadurch einige Wörter eben länger im Kopf hängen.

    Gedichte anderer begreife ich nicht als Konsumgut und wenn`s mal holpert beim Lesen, liegt es an mir und meiner Flexibilität, das beim Lesen auszugleichen und die Worte zurück in den wohlklingenden Rhythmus zu drücken. ;)

    Denn Breiviks Augen warn zu blau, er
    War auch zu blond für diesen Job.

    war der einzige Part im Gedicht, den ich so nicht verstanden habe, weil mir nicht ganz klar ist, was „zu blond für diesen Job“ bedeutet.

    Beste Grüße,
    Morph.

  8. 8 Morph 08. Januar 2012 um 16:50 Uhr

    Mit der lustigen Pointe meine ich übrigens lediglich:

    Und dann – als ging es nicht noch schlimmer -
    Verließ uns auch noch Kim Jong Ill.

    .

  9. 9 Emil 08. Januar 2012 um 21:58 Uhr

    Hey Morph,

    der „Juli“ spielt darauf an, dass die einschlägigen deutschen Rassist_innen schon kurz nach Bekanntwerden des Attentats meinten zu wissen, wer dahinter steckt. Anstatt des stereotypischen islamischen Terroristen war es dann auf einmal einer von ihnen, der aus ihrer Sicht eigentlich zu blauäugig und blond sei, um ein Terrorist zu sein.
    Es stimmt schon, dass einige Verse arg holprig geworden sind. Wenn ich mir aber den Anspruch setzte, jeden Monat ein Ereignis irgendwie kritisch, pointiert und formstreng zu bedichten und dabei noch versuche, einen roten Faden des Jahres herauszuarbeiten, muss ich irgendwo einen Kompromiss machen. Ich hätte auch bei den Reimen nachlässiger sein können, aber die sind mir eigentlich wichtiger. Zudem will ich es ja auch zeitnah veröffentlichen. Wer liest schon im Sommer einen Jahresrückblick? :-)

    Libertäre Grüße,
    emil

  10. 10 Morph 09. Januar 2012 um 0:27 Uhr

    Danke, jetzt verstehe ich, wie du`s meinst und ich kann auch deine Kompromisse in der Formstrenge nachvollziehen. Konnte ich vorher ja auch schon. ;)

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