Meine Kiesel

Was im Gedicht mir leicht erscheint,
Im Leben ist’s beschwerlich.
Dort sind mir Worte spinnefeind
Drum nutz‘ ich sie nur spärlich.

Denn schreibend kann der Sprache ich
Das schöne Wort entlocken.
Nur sprechend press’ ich mühselig
Hinaus die groben Brocken.

Doch Schweigen mochte ich noch nie,
Ich mag die Kontroverse.
Daher verwandelte ich die
Gedanken schlicht in Verse.

Ich würde ohne das Problem
Wohl nichts poetisieren.
So kann ich es für mich seitdem
Als Makel akzeptieren.

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3 Antworten auf „Meine Kiesel“


  1. 1 Träger des Lichts 29. August 2011 um 13:17 Uhr

    Sehr schöne und ehrliche Selbstreflektion. Die Enjambements gefallen mir, besonders das in S3.
    Nur eins: Müsste Schweigen in gleicher Strophe nicht ein Nomen sein?
    Gern gelesen …

  2. 2 Morph 29. August 2011 um 23:06 Uhr

    Schön, mal wieder was von dir zu lesen. Das Gedicht finde ich sehr gelungen und es ist schön, dass du deinen Leser_innen einen kleinen Einblick in dein Leben gewährst.

  3. 3 Emil 30. August 2011 um 0:09 Uhr

    @Träger des Lichts: Ja, ich glaube, du hast recht. Ich habs verbessert. Danke.

    @Morph: Ich denke, mit beinahe jedem Gedicht, gewähre ich den Leser_innen einen Einblick in mein Leben. Nur meistens ist es weniger offensichtlich. :-)

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