Archiv für Juni 2011

Recherche du temps perdu

Die Last der ewig gleichen Zeiten
Lag tonnenschwer mir im Gemüt.
Deswegen mocht ich dorthin schreiten,
Wo noch die Sonnenblume blüht.
Da ist der Wind zu mir gedrungen
Berührte Nase, Mund und Ohr
Und weckte die Erinnerungen,
Die ich im Schaufenster verlor.

Als ich mit kindlichem Vergnügen
Den Schmetterling, so wild und bunt,
Bewunderte auf seinen Flügen,
Befiel mich zartes Sehnen und
Verzweifelt bin ich hochgesprungen
Und hoffte, dass der Wind mich trägt.
Was haben die Erinnerungen,
Die ich vergaß, mich doch geprägt.

Ich kannte nichts vom Guten, Schönen
Vom Wahren ohnedies kein Stück
Nur bei den eignen schiefen Tönen
Erfüllte sich mein Herz mit Glück.
Drum hab ich immerzu gesungen
Ganz frei von Sinn und ohne Zweck.
Befriedende Erinnerungen,
Was waren sie solange weg?

Das Schwelgen kann nicht alles bleiben,
Wie schmerzt die reine Phantasie.
Nein, Leben heißt auch vorwärts treiben
Im Streben Richtung Harmonie.
Denk ich an mich als kleinen Jungen,
Der ich einst war und nicht mehr bin,
Verwandeln sich Erinnerungen
In einen subversiven Sinn.