Von Mittel und Zweck

Dagegen hab ich nichts zu sagen,
Dass sich die Menschheit fortan liebt
Doch möchte ich mich wohl beklagen,
Wenn’s Liebe nur mit Vorwand gibt.

Da Religionen uns entfremden
Verkommt die Lieb’ zur Abstraktion.
Drum schenken ihre letzten Hemden
Die Gläubigen der Religion.

Damit sie in den Himmel kommen,
Weil diese Erde nicht genügt,
Vertrauen sie dem ewig Frommen,
der sie und sich nur selbst belügt.

Da hilft kein Klagen, hilft kein Dichten,
Wir müssen so wie Heine schrieb
Das Himmelreich schon hier errichten,
Dann hat man sich wahrhaftig lieb.

Anmerkung:
„Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks.“ (Marx)

[Ein Antwortgedicht, das mir so gut gefällt, dass ich es nun nachträglich als eigenes Gedicht veröffentliche.]

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