Archiv für April 2011

Von Mittel und Zweck

Dagegen hab ich nichts zu sagen,
Dass sich die Menschheit fortan liebt
Doch möchte ich mich wohl beklagen,
Wenn’s Liebe nur mit Vorwand gibt.

Da Religionen uns entfremden
Verkommt die Lieb’ zur Abstraktion.
Drum schenken ihre letzten Hemden
Die Gläubigen der Religion.

Damit sie in den Himmel kommen,
Weil diese Erde nicht genügt,
Vertrauen sie dem ewig Frommen,
der sie und sich nur selbst belügt.

Da hilft kein Klagen, hilft kein Dichten,
Wir müssen so wie Heine schrieb
Das Himmelreich schon hier errichten,
Dann hat man sich wahrhaftig lieb.
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Blume am Wegesrand

Ich wollte dir ein Blümlein pflücken,
Doch hab’s nicht übers Herz gebracht
Ihm seinen Hals fest zuzudrücken,
Sodass ich es nicht unbedacht
Dem Boden, der es nährt und säugt
Entriss und so verhindert hab’,
Dass es bald neue Blumen zeugt
Und dass es gibt, was man ihm gab.

Stattdessen nahm ich dich zum Staunen
Und zum Verweilen gradwegs mit.
Als Teil der Floren und der Faunen
Erfuhren wir der Erde Schritt.
Das Leben zog auf Zehenspitzen
Pulsierend durch den wilden Hain.
Du kannst es lebend nicht besitzen,
Erst wenn es tot ist, ist es dein.

Die Toleranz der Belustigung

Der Fernsehsender Pro Sieben hat gestern zum „Tolerance Day“ ausgerufen. Heißt: Ab 17 Uhr wurden die Zuschauer_innen mit einem Entertaimentpaket zum Thema Toleranz beschallt. (mehr…)