Archiv für Februar 2011

Der Betrogene

Er war sein Leben lang alleine,
Kein Seelchen war ihm hold.
Auch Freunde hatte er noch keine,
Weil niemand ihn gewollt.

Schon in der Schule Außenseiter,
Da jeder Mensch ihn mied.
Nicht besser ging sein Leben weiter,
das ihm nie Glück beschied.

Ein Frauenherzchen zu erringen,
Gelang ihm auch noch nie.
Und tat er ihnen Liebe bringen,
Dann lachten hämisch sie.

Nur kurze Zeit hat er verlegen
Im Traumberuf gejobbt.
Dann hatten ihn schon die Kollegen
Aus diesem Traum gemobbt.

Doch endlich, endlich gibt es einen,
Der ihm nun Briefe schreibt.
Und den es nicht nur mit gemeinen
Motiven zu ihm treibt.

Und dieses Menschen Interesse,
Das ist nicht von Belang.
Er kennt allein die Wohnadresse,
Dass reichte zum Empfang.

Egal ob lange weggezogen,
Ob das Zuhaus’ versifft,
Ob just zum Urlaub fort geflogen,
Er kommt, bis man sich trifft.

Und schellt es donnernd an der Pforte,
Empfängt er ihn sehr nett
Und wechselt mit ihm ein paar Worte,
Dem Mann der GEZ.

Sonett vom Frühling

Was jemals hier ist groß geworden
Verdorrt mit eurem Stiefeltritt.
Statt Liebe möchte jeder Schritt
Die Blumen dieser Welt ermorden.

Ihr trampelnden und dumpfen Horden,
Naturbeherrschung und Profit
Bedienen das System als Kitt,
Für das ihr euch verleiht noch Orden.

Den Frühling könnt ihr nicht verhindern!
Belanglos werden eure Mühen
Verloren gehen in der Zeit.

Was ihr auch werdet tun, den Kindern
Ermordeter erscheint ihr Blühen
Als Sieg in der Unendlichkeit.

Anmerkung:
L14 bleibt! Alle bleiben!