Der Tropfen

Als ich zur Nacht das Haus verließ,
Weil etwas an die Türe stieß,
- Wer wagte es zu klopfen? -

Da legte sich der graue Firn
Auf meine glühend heiße Stirn
Und schmolz und floss als Tropfen

Hinab die Stirn zur Wange hin.
Und plötzlich kamen in den Sinn
Mir längst vergessne Pläne.

Ach, war der Tropfen wirklich noch
Vom Schneegestöber oder doch
Schon eine kleine Träne?

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6 Antworten auf „Der Tropfen“


  1. 1 dings. 10. Januar 2011 um 1:13 Uhr

    oder war er doch nur
    schmelzgetränkter schweiß
    außen tauwett
    innen eisig
    geordert wird hier leis‘

    drum schmelzgewett-
    betrübter schweiß,
    leicht gräulich,
    wie der schnee

    auf berliner straßen aussieht
    wenn wetter sagt: oh-je.

    ---

    halbstartke frischtagesthemen-lyrik

    berlin beeindruckt von us-orderaufträgen an twitter. (mitsamt followern.)

  2. 2 Emil 10. Januar 2011 um 2:26 Uhr

    Hey dings,

    Danke für das Kommentargedicht!

    „halbstartke frischtagesthemen-lyrik
    berlin beeindruckt von us-orderaufträgen an twitter. (mitsamt followern.)“
    Was du mir damit sagen willst, will mir nicht so recht einleuchten. Magst du mir auf die Sprünge helfen?

  3. 3 Juli 10. Januar 2011 um 8:54 Uhr

    So manchen übermannt zur Zeit
    die Wehmut der Vergänglichkeit
    und mahnt an altes Träumen.

    Doch wenn auch jeder Schnee zerrinnt,
    mag sein, dass etwas neu beginnt.
    - Zeit, „Altes“ wegzuräumen.

    (nicht der tollste Vers am Schluss… ;) )
    Liebe Grüße,
    Juli

  4. 4 Emil 10. Januar 2011 um 11:59 Uhr

    Die Wehmut rührt vielleicht daher,
    dass sich im Leben rührt nichts mehr
    Und man verharrt beim Warten.

    Die Träne lass’ im Auge ruhn,
    Denn endlich ist es Zeit zu tun
    Die nicht vollbrachten Taten.

    Also ich mag auch deinen Schlussvers :-)

  5. 5 dings. 10. Januar 2011 um 12:43 Uhr

    hi emil

    fehltn link? berlin beeindruckt von us-muskelspielen.
    u.a. taz erklärt das ganz gut. link zu taz wiederum ist auf
    http://shortlinks.de/6jr6

  6. 6 Emil 16. Januar 2011 um 15:01 Uhr

    Hier findet sich eine Interpretation meines Gedichtes: http://www.schmetterlingsgesang.de/kulturbeutel/kulturbeutel-nr-24/

    Zitat:
    „Da wirs schon mit Regelgeleitetem hatten, hier mal ein Werk aus dieser Kategorie: Der Emil (der mir hoffentlich verzeit, dass mir gerade sein Name nicht einfälllt, obwohl ich ihn kenne) vom Halbstark-Blog hat in dieser Woche eine schöne Variation des beliebten “Träne im Regen”-Themas geliefert, welche den Namen “Der Tropfen” trägt. Die Variation besteht nun nicht nur darin, dass es sich nicht um Regen handelt, sondern dass in diesem Gedicht nicht unbedingt der Teenie-Liebesschmerz sich wiederfindet, der in solchen Gedichten sehr häufig zu finden ist (meine eigenen eingeschlossen). Vielmehr spricht hier eine ganze existenzielle Verzweiflung, die einem vielleicht im Rückblick auf ein Leben erfassen kann – und sicher auch die eine oder andere Jugendliebe beinhalten kann.

    Das ganze ist in einen Reim gelegt worden, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ich ihn gutheißen soll. Er ist ganz gut ausgeführt, keine Frage, aber der Rest des Werkes ist so unauffällig und dezent – was die kleine existenzielle Wendung darin umso heftiger macht – dass der Reim ein wenig davon ablenkt. Naja: selber lesen.“

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