Als ich zur Nacht das Haus verließ,
Weil etwas an die Türe stieß,
- Wer wagte es zu klopfen? -
Da legte sich der graue Firn
Auf meine glühend heiße Stirn
Und schmolz und floss als Tropfen
Hinab die Stirn zur Wange hin.
Und plötzlich kamen in den Sinn
Mir längst vergessne Pläne.
Ach, war der Tropfen wirklich noch
Vom Schneegestöber oder doch
Schon eine kleine Träne?
oder war er doch nur
schmelzgetränkter schweiß
außen tauwett
innen eisig
geordert wird hier leis‘
drum schmelzgewett-
betrübter schweiß,
leicht gräulich,
wie der schnee
auf berliner straßen aussieht
wenn wetter sagt: oh-je.
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halbstartke frischtagesthemen-lyrik
berlin beeindruckt von us-orderaufträgen an twitter. (mitsamt followern.)
Hey dings,
Danke für das Kommentargedicht!
„halbstartke frischtagesthemen-lyrik
berlin beeindruckt von us-orderaufträgen an twitter. (mitsamt followern.)“
Was du mir damit sagen willst, will mir nicht so recht einleuchten. Magst du mir auf die Sprünge helfen?
So manchen übermannt zur Zeit
die Wehmut der Vergänglichkeit
und mahnt an altes Träumen.
Doch wenn auch jeder Schnee zerrinnt,
mag sein, dass etwas neu beginnt.
- Zeit, „Altes“ wegzuräumen.
(nicht der tollste Vers am Schluss…
)
Liebe Grüße,
Juli
Die Wehmut rührt vielleicht daher,
dass sich im Leben rührt nichts mehr
Und man verharrt beim Warten.
Die Träne lass’ im Auge ruhn,
Denn endlich ist es Zeit zu tun
Die nicht vollbrachten Taten.
Also ich mag auch deinen Schlussvers
hi emil
fehltn link? berlin beeindruckt von us-muskelspielen.
u.a. taz erklärt das ganz gut. link zu taz wiederum ist auf
http://shortlinks.de/6jr6
Hier findet sich eine Interpretation meines Gedichtes: http://www.schmetterlingsgesang.de/kulturbeutel/kulturbeutel-nr-24/
Zitat:
„Da wirs schon mit Regelgeleitetem hatten, hier mal ein Werk aus dieser Kategorie: Der Emil (der mir hoffentlich verzeit, dass mir gerade sein Name nicht einfälllt, obwohl ich ihn kenne) vom Halbstark-Blog hat in dieser Woche eine schöne Variation des beliebten “Träne im Regen”-Themas geliefert, welche den Namen “Der Tropfen” trägt. Die Variation besteht nun nicht nur darin, dass es sich nicht um Regen handelt, sondern dass in diesem Gedicht nicht unbedingt der Teenie-Liebesschmerz sich wiederfindet, der in solchen Gedichten sehr häufig zu finden ist (meine eigenen eingeschlossen). Vielmehr spricht hier eine ganze existenzielle Verzweiflung, die einem vielleicht im Rückblick auf ein Leben erfassen kann – und sicher auch die eine oder andere Jugendliebe beinhalten kann.
Das ganze ist in einen Reim gelegt worden, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ich ihn gutheißen soll. Er ist ganz gut ausgeführt, keine Frage, aber der Rest des Werkes ist so unauffällig und dezent – was die kleine existenzielle Wendung darin umso heftiger macht – dass der Reim ein wenig davon ablenkt. Naja: selber lesen.“