Dialektik der Uninformiertheit

Die Wahrheit hat zwei große Makel:
Zuerst macht sie sich unbeliebt;
Entlarvt Gewohnheit als Debakel,
Was (Zweitens) uns ganz arg betrübt.

Deswegen bleiben wir den Chören
Der Lügner auch nicht selten fern.
Und jagen ewig ferne Möhren,
Denn Esel sind wir allzu gern.

Anmerkung:
Eigentlich „nur“ ein Antwortgedicht auf dieses Werk, aber es gefällt mir so gut, dass ich es schade fände, wenn es im Kommentarbereich versteckt bliebe.

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5 Antworten auf „Dialektik der Uninformiertheit“


  1. 1 Juli 08. Dezember 2010 um 18:15 Uhr

    Doch die Moral von der Geschicht:
    Der Esel fraß die Möre nicht!

    GLG Juli :)

  2. 2 Emil 08. Dezember 2010 um 21:53 Uhr

    Warum der Esel sie nicht fraß? -
    Zwei Möglichkeiten zeigen das:
    Entweder weil er sich losriss
    Oder längst verhungert is’.
    Ich sag’ dazu nichts Weiteres,
    Vermute aber zw… äh …

    (Sarkasmus ist nichts Heiteres)

  3. 3 Juli 09. Dezember 2010 um 13:01 Uhr

    Ich stelle mir den Esel vor,
    der ewig nach der Möhre strebte,
    bis alle Kraft ihn bald verließ
    und er ganz kümmerlich verlebte.

    Da wünsch ich mir doch ersteres,
    den Esel, der sich nun entzieht
    von Möhren ohne Nährgehalt,
    die er nur in der Ferne sieht. (ok, der Reim ist irgendwie doof)

    Denn bald auf den Geschmack gekommen
    sind Möhren nur noch öder Fraß.
    Was könnten wir noch alles schlucken?
    Und – ganz wie sonst – im Übermaß?

  4. 4 Emil 09. Dezember 2010 um 16:27 Uhr

    Die Frage weshalb sich der Mensch,
    Pardon der Esel ins Verderben
    Geleiten lässt, ist alt wie er
    Und findet stetig neue Erben:

    Helvétius war früh sich klar
    Und schrieb im Allgemeinen:
    „Das Vorurteil der Großen ist
    Stets das Gesetz der Kleinen.“

    Auch Marx, der große Kritiker,
    Sah notwendige Schranken:
    „Der Herrn Gedanken sind zugleich
    Die herrschenden Gedanken.“

    Wie können aus dem Ungemach
    Wir uns emanzipieren?
    „Ein jeder denke selbst mal nach!“
    - Ich kann nur Brecht zitieren.

    (Die Zitate sind trotz der Anführungsstriche nur sinngemäß)

  5. 5 Heimwehbilder 01. Februar 2011 um 17:26 Uhr

    ja, Esel sind wir gern. Denke da an Kant, an die Aufklärung, dabei lassen wir uns nicht gern aufklären. Sind faul und behäbig.

    nen Gruß, Wilhelm

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