Zwei, die Hitler töten wollten

Der eine Mensch hieß Stauffenberg:
Als Teil der Nazihorde
Erleichterte sein Kriegshandwerk
Den Weltkrieg und die Morde.

Der andre, Georg Elser, war
Ein Kommunist und Schreiner.
Ihm war das Unheil längst gewahr;
Doch er war nur ein Kleiner.

Als Stauffenberg den Hitler zur
Ermordung auserkoren,
Beschloss er dies im Grunde nur,
weil er den Krieg verloren.

Doch Elser sah schon früh: Die Not
Der Menschen galt’s zu lindern;
Begriff den Krieg als Leid und Tod,
und wollte ihn verhindern.

Die Planung zu dem Attentat
Von Stauffenberg war sachlich.
Sie fand im hohen Kreise statt. -
Und Militärs sind fachlich.

Im Gasthaus schritt er Nacht um Nacht:
Zur Tat wurd’ hinarbeitet.
Den Plan hat Elser klug erdacht
Und sorgsam vorbereitet.

Die Bombe – tölpelhaft platziert
Von Stauffenberg – versäumte
Den Hitler weit, der dann pikiert
Den Staat verstärkt aufräumte.

Dass Elsers Attentat misslang,
ist ihm nicht vorzuhalten.
Die Dinge nahmen ihren Gang
Durch höhere Gewalten.

Bevor die Nazis standgerecht
Verübten ihre Rache
Rief Stauffenberg, der stolze Hecht,
Das Deutschland neu erwache.

Kein Pathos hatte Elser mehr
Nach dem KZ vergossen.
Als sie ihn karg mit dem Gewehr
Wie einen Hund erschossen.

Verklärt wird Stauffenberg als Held,
Dass zwitschern selbst die Lerchen.

Dagegen Elsers Weg erzählt
Kein deutsches Sommermärchen.

Anmerkung: Am 8. November 1939 verübte Georg Elser ein lange geplantes Bombenattentat auf Hitler.

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3 Antworten auf „Zwei, die Hitler töten wollten“


  1. 1 Christoph 08. November 2010 um 13:04 Uhr

    Sehr aufregend geschrieben, gefällt mir abermals wirklich gut!

    Inhaltlich erinnert es mich gerade sehr an dein Gedicht über Erich Mühsam… Es ist nicht leicht das Richtige zu tun und mitunter zahlt man einen hohen Preis :(

    Trotzdem (oder gerade deswegen): Sehr inspirierende Zeilen und Menschen!

    Viele Grüße

  2. 2 Juli 02. Dezember 2010 um 23:18 Uhr

    Interessant tatsächlich, dass man über den einen mittlerweile US-Blogbuster dreht und vom anderen noch nie gehört hat…

    GLG Juli

  3. 3 Brunopolik 20. Juli 2011 um 13:11 Uhr

    Dazu kommentiere ich meinen Poetry-Text Graf von Stauffenberg in Memoriamauch wenn er in einer ziemlich anarchischen Form daherkommt.

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