Abhandlung über den Parlamentarismus

In Parlamenten sitzen die
Ernannten Volksvertreter
Doch welcher Depp ernannte sie,
Die neuen Schreibtischtäter.

Man kriegt nicht das, was man gewählt
Man kriegt was auf die Ohren.
Sobald die Stimmen ausgezählt
Sind sie vorerst verloren.

Da geht es nicht nach Kompetenz
Da geht es bloß um Quoten.
Das heißt in letzter Konsequenz
Regieren nur Idioten.

Und wenn man selber nicht regiert
Dann ist man stets dagegen.
Gesetze selber formuliert
Erscheinen flugs als Segen.

Da sind auch fünfzig Komma Zwei
Die Mehrheit aller Stimmen.
Die Wahl verkommt zur Kungelei,
Um Posten zu erklimmen.

Und klar ist, dass die Minderheit
(Wie viele sie auch stellen.)
Im Unrecht ist zu jeder Zeit
Und folglich zu verprellen.

Nur manchmal (selten!) gibt es frei-
Lich noch Majoritäten.
Doch einzig finden die sich bei
Erhöhung der Diäten.

Am Ende steht die Wählerschaft
Dann angeschmiert daneben.
Dem Parlament gab sie die Kraft
Und schimpft auf das Abgeben.

Anmerkung:
Was das Stimmvieh ein Jahr nach der Wahl vedient bekam.

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3 Antworten auf „Abhandlung über den Parlamentarismus“


  1. 1 Juli 01. November 2010 um 12:35 Uhr

    Ich lachte hart ;)

    Nein, im Ernst, tolle Zeilen. Wohl ein wenig plakativ, aber schön und durchaus treffend!

    GLG Juli

  2. 2 Emil 01. November 2010 um 21:52 Uhr

    Dafür schreibe ich, dass wir dem Unsinn mit einem Lächeln begegnen können, denn solange wir noch lachen können, haben wir noch nicht verloren.
    Eigentlich ist das Gedicht schon älter und der Umstand, dass 1 Jahr Merkel II. Kabinett die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag vom Kopf auf die Füße gestellt haben, hat mich bestätigt und zur Veröffentlichung bewogen.

  3. 3 Morph 05. November 2010 um 19:38 Uhr

    Schönes Gedicht, wahre Zeilen, schade, dasz der Grund für diese Abhandlung noch immer existiert.

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