Archiv für November 2010

Wissen macht A!

[wird überarbeitet]

Anmerkung:
Wer weiterlesen möchte: Einen hervorragenden Gesamtüberblick bietet das Buch „Anarchie“ von Horst Stowasser. Hier kann man es unter dem Namen „Freiheit Pur“ kostenlos herunterladen.

Der Terrorblues

Ich stehe morgens auf und lausch’ im Radio den News.
Ich stehe morgens auf und lausch’ im Radio den News,
Da singt die erste Stimme schon den Terrorblues.

Frau Merkel und der Rest der Welt erscheinen leicht konfus.
Frau Merkel und der Rest der Welt erscheinen leicht konfus,
Die Bösen sind auf Achse mit dem Terrorblues.

Mein Nachbar macht zum Glück heut’ keinen netten Morgengruß.
Mein Nachbar macht zum Glück heut’ keinen netten Morgengruß,
Er kauert längst im Keller, dank dem Terrorblues.

Die Presse und Berichte sind wie immer kaum diffus.
Die Presse und Berichte sind wie immer kaum diffus,
Sie tanzt mal wieder einig zu dem Terrorblues.

Die Polizei schlägt ausnahmsweis’ wen anderes zu Mus.
Die Polizei schlägt ausnahmsweis’ wen anderes zu Mus,
Denn sie synchronisiert sich mit dem Terrorblues.

Der Staat macht ein Gesetz, das wirkte gestern noch abstrus.
Der Staat macht ein Gesetz, das wirkte gestern noch abstrus,
Die Sicherheit ist Dirigent des Terrorblues.

Am Bahnhof filzt man mich mit Emsigkeit von Kopf bis Fuß.
Am Bahnhof filzt man mich mit Emsigkeit von Kopf bis Fuß,
Doch leider nicht die Ohren mit dem Terrorblues.

Ich frage mich, soll ich es tun und denke mir: Ich tu’s.
Ich frage mich, soll ich es tun und denke mir: Ich tu’s,
Ich lass‘ den Koffer stehn und pfeif‘ den Terrorblues.

Herbstimpressionen

Im Herbst verwelken nicht nur die Blätter
Und säumen Straßen omnipräsent.
Darüber schlittern hilflose Städter
Und stoßen an, weil niemand sich kennt.

Die Nässe spiegelt leere Antlitze,
Der lange Regen stiehlt jeden Mut.
Kein Mensch macht Jux, noch sonstige Witze.
Ein jeder flüchtet Richtung Obhut.

Man lässt getrost die Wirklichkeit hinter
Sich selber wie den andren zurück.
Mit mildem Trost ersehnt man den Winter
Erwartet Kälte, Klarheit und Glück.

Zwei, die Hitler töten wollten

Der eine Mensch hieß Stauffenberg:
Als Teil der Nazihorde
Erleichterte sein Kriegshandwerk
Den Weltkrieg und die Morde.

Der andre, Georg Elser, war
Ein Kommunist und Schreiner.
Ihm war das Unheil längst gewahr;
Doch er war nur ein Kleiner.

Als Stauffenberg den Hitler zur
Ermordung auserkoren,
Beschloss er dies im Grunde nur,
weil er den Krieg verloren.

Doch Elser sah schon früh: Die Not
Der Menschen galt’s zu lindern;
Begriff den Krieg als Leid und Tod,
und wollte ihn verhindern.

Die Planung zu dem Attentat
Von Stauffenberg war sachlich.
Sie fand im hohen Kreise statt. -
Und Militärs sind fachlich.

Im Gasthaus schritt er Nacht um Nacht:
Zur Tat wurd’ hinarbeitet.
Den Plan hat Elser klug erdacht
Und sorgsam vorbereitet.

Die Bombe – tölpelhaft platziert
Von Stauffenberg – versäumte
Den Hitler weit, der dann pikiert
Den Staat verstärkt aufräumte.

Dass Elsers Attentat misslang,
ist ihm nicht vorzuhalten.
Die Dinge nahmen ihren Gang
Durch höhere Gewalten.

Bevor die Nazis standgerecht
Verübten ihre Rache
Rief Stauffenberg, der stolze Hecht,
Das Deutschland neu erwache.

Kein Pathos hatte Elser mehr
Nach dem KZ vergossen.
Als sie ihn karg mit dem Gewehr
Wie einen Hund erschossen.

Verklärt wird Stauffenberg als Held,
Dass zwitschern selbst die Lerchen.

Dagegen Elsers Weg erzählt
Kein deutsches Sommermärchen.

Anmerkung: Am 8. November 1939 verübte Georg Elser ein lange geplantes Bombenattentat auf Hitler.

Abhandlung über den Parlamentarismus

In Parlamenten sitzen die
Ernannten Volksvertreter
Doch welcher Depp ernannte sie,
Die neuen Schreibtischtäter.

Man kriegt nicht das, was man gewählt
Man kriegt was auf die Ohren.
Sobald die Stimmen ausgezählt
Sind sie vorerst verloren.

Da geht es nicht nach Kompetenz
Da geht es bloß um Quoten.
Das heißt in letzter Konsequenz
Regieren nur Idioten.

Und wenn man selber nicht regiert
Dann ist man stets dagegen.
Gesetze selber formuliert
Erscheinen flugs als Segen.

Da sind auch fünfzig Komma Zwei
Die Mehrheit aller Stimmen.
Die Wahl verkommt zur Kungelei,
Um Posten zu erklimmen.

Und klar ist, dass die Minderheit
(Wie viele sie auch stellen.)
Im Unrecht ist zu jeder Zeit
Und folglich zu verprellen.

Nur manchmal (selten!) gibt es frei-
Lich noch Majoritäten.
Doch einzig finden die sich bei
Erhöhung der Diäten.

Am Ende steht die Wählerschaft
Dann angeschmiert daneben.
Dem Parlament gab sie die Kraft
Und schimpft auf das Abgeben.

Anmerkung:
Was das Stimmvieh ein Jahr nach der Wahl vedient bekam.