Für Erich Mühsam

Dein wilder, ungestümer Bart,
Dein Blick durch’s Glas der Brille,
Erklärten deine Seele zart
Und deines Herzens Wille.

Du kämpftest mit und für Vernunft
Mit Liebe, Faust und Feder,
Für Arbeiterzusammenkunft
Und für den Stopp der Räder.

Nicht weniger als Menschlichkeit
Versuchtest du zu fördern.
In jener klagenswerten Zeit
Von Kriegstreibern und Mördern.

Du gingst fünf Jahre in den Knast
Für das, was du gesprochen.
Es hatte dich der Staat gefasst,
Doch lange nicht gebrochen.

Du warst als Jud’ und Anarchist,
Als Dichter und als Denker,
Das was den Nazis Abschaum ist.
So raubten dich die Henker.

Sie wollten deinen Suizid
Doch diesen Sieg, den gabest
Du ihnen nicht, bis du perfid
Durch ihre Taten starbest.

Unsterblich sind die Taten und
Das Wort in deinem Namen.
Sie nähren meinen jungen Grund
Als deiner Freiheit Samen.

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2 Antworten auf „Für Erich Mühsam“


  1. 1 Simon Raposo 16. Juli 2010 um 18:29 Uhr

    Sehr gelungen. Respekt!

  2. 2 Patrick 20. Juli 2010 um 13:57 Uhr

    Mhh… Mehr als nur gelungen.

    Habe mich gerade an der Einigkeit von „Grund“ und „Samen“ aufgehängt. Eine bemerkenswerte Konstruktion.

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