Der Zweck des Fußballspektakels

Unsre Welt ereilt Versöhnung
Für die nächsten drei, vier Wochen,
Denn der Fußball kommt zur Krönung
Aus des Staates Hut gekrochen.

Alle sind ganz ausgelassen
Und vergessen so begeistert
Sich mit jenem zu befassen,
Was sich nicht alleine meistert.

Längst vergessen ist das Darben!
Wen belangen ihre Kriege?
Lieber tragen sie die Farben
Eines Landes: hin zum Siege.

Und die Chefs der großen Staaten
Sitzen lieb auf der Empore
Denn heut‘ fallen nicht Soldaten,
Heute fallen Fußballtore.

Unten steht die niedre Klasse.
- Es ist wie im wahren Leben. -
Hier kann sie dem eignen Hasse
Endlich eine Stimme geben.

Denn der Staat erkennt den Nutzen
Und hat Sport für sich gepachtet,
Denn so kann er alles stutzen,
Was man grade nicht betrachtet.

Schauen alle in die gleiche
Richtung auf die Großbildleinwand,
Schafft der Staat schnell jede Leiche
In den Keller ohne Einwand.

So verarschen und verwahren
Die Nationen die Proleten.
Nur damit sie in vier Jahren
Wieder gegen Bälle treten.

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8 Antworten auf „Der Zweck des Fußballspektakels“


  1. 1 Makaveli 12. Juni 2010 um 21:49 Uhr

    Jungejunge, lasst mich raten, du und Morph ihr seid keine Fußballfans richtig ;-P ? Aber ihr seid ganz schön pauschal in den Aussagen, die ihr trefft.
    Anyway.
    Was allerdings echt ein bisschen auffällt ist das Verhalten der Regierung, hatten wir nicht im Vorfeld die Debatten bzw. den Beschluss zur Mehrwertsteuererhöhung?

    Ob´s Zufall ist… Oh man.

  2. 2 Makaveli 12. Juni 2010 um 21:51 Uhr

    Im Vorfeld der WM 2006 natürlich.

  3. 3 Emil 13. Juni 2010 um 22:35 Uhr

    Ach, ich hab nichts gegen Fußball, ich spiels sogar selbst recht gern. Dieses Gedicht richtet sich ja vielmehr gegen die Instrumentalisierung des Fußballs, grad weil ich den Sport so mag, aber eben ohne Nationalismus, Siegeswillen und Instrumentalisierung. Einfach nur kicken.

  4. 4 Karl Marcuse 13. Juli 2010 um 20:59 Uhr

    Und es kommt noch mehr dazu:
    http://linksunten.indymedia.org/de/node/22640

  5. 5 Patrick 20. Juli 2010 um 13:55 Uhr

    Schon mal überlegt, vll. über die Titanic zu publizieren?

  6. 6 Emil 20. Juli 2010 um 15:33 Uhr

    Hey Patrick,
    überlegt hab ich das schon einige Male, da ich auch selbst Titanicleser bin, und mit meinem „Nachruf auf Michael Jackson“ (http://halbstark.blogsport.de/2009/06/26/nachruf-auf-michael-jackson/ ) hab ich’s auch mal probiert. Ich fand das Gedicht passt sehr gut zur Titanic. Leider wurde es nicht gedruckt und ich hab auch keine Rückmeldung erhalten. Vielleicht war es zu schlecht, vielleicht war aber auch nur die Deadline abgelaufen. Weiß nicht warum, aber seitdem ist meine Motivation gedämpft.

  7. 7 Patrick 21. Juli 2010 um 14:43 Uhr

    Vielleicht mag man keine Konkurrenz?! : )

  1. 1 Makaveli´s Gedanken-Blog Trackback am 12. Juni 2010 um 21:51 Uhr

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