Liebe Dichter!

Selten les’ ich in der Zeitung
Auch ein bisschen Poesie.
Leider ist es so, Verbreitung
Findet Lyrik leider nie.
Bitterernst statt selbstironisch
Sind die Dichter dieser Zeit.
Hochgestochen, nicht lakonisch
Schimpfen sie die Einsamkeit.

„Ach, wir sind die weisen Dichter,
Hoch in unserm Elfenbein-
Turm sind wir der Welt ein Richter.“
- Doch das Urteil hört kein Schwein!
Weil sie in den Nischen kauern,
Wenn die Sehnsucht sie bedrückt.
Weil sie sich gern selbst einmauern,
Wenn die Freude sie beglückt.

Liebe Dichter, kommt noch heute
Endlich raus zum Tageslicht.
Die Romantik legt beiseite
Und verfasset ein Gedicht.
Wider eure Weltverzückung
Und beklagt mit Mut und Wut
Der Bedrückten Unterdrückung
Mit des Herzens Tinte: Blut.

Seid ein Schwarzes unter Schafen!
Färbt, wenn nötig, euer Fell.
Um die Dummheit zu entlarven,
Folgt dem folgenden Appell:
Statt dem Dasein brav zu fristen
Schreitet schnell zu Tat herbei.
Dichter sind auch Anarchisten,
Denn wer dichtet, kämpft sich frei.

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1 Antwort auf „Liebe Dichter!“


  1. 1 Morph 30. März 2010 um 20:25 Uhr

    Absolut gut!

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