Ethologische Erkenntnis

Wenn die jungen Hunde bellen,
Hat das einen guten Grund:
Die Instinkte zu verstellen
Schafft man nämlich nicht als Hund.

Ihre Seelen zu ergründen
Ist der Analyse Hohn.
Meistens ist nur eine Hündin
Opfer ihrer Intention.

Dann sieht man bei kleinsten Dackeln
Wie die Brust zur Höhe schwillt
Und sie mit den Schwänzen wackeln:
Jetzt sind sie zur Tat gewillt.

Sind die Viecher erstmal brünstig
Kriegt man sie nicht mehr vom Hals
Deshalb merke dir für Künftig:
Meide sie auf ihrer Balz.

Doch beacht’ das diese Viecher,
Einzeln ohne Schneide sind:
Speichellecker, Bodenkriecher;
Ihre Fahne hängt im Wind.

Ist es zynisch oder komisch:
Jeder Mensch ist selbst ein Hund.
Unterschiede, der Befund,
Existiern nur anatomisch.

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3 Antworten auf „Ethologische Erkenntnis“


  1. 1 Patrick 09. März 2010 um 15:14 Uhr

    Hmm…erinnert mich irgendwie an Tucholsky. Aber nicht an Folgendes:

    Mensch: ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot.

  2. 2 Emil 09. März 2010 um 20:46 Uhr

    Eine Alltagsbeobachtung war die Inspiration zu diesem Gedicht. Tucholsky hab ich auch immer als guten Beobachter der Verhältnisse gelesen. Insofern find ich deine Assoziation nachvollziehbar und verweise mal auf Tucholskys Gedicht „Feldfrüchte“. Sehr lesenswert!

    „Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?
    Da wächst in der Erde leis
    das bescheidene Radieschen:
    außen, rot und innen weiß.“

  3. 3 Morph 22. März 2010 um 21:23 Uhr

    Danke dir für das Lob! :-)
    Momentan schreib ich grad ein Buch :D , weswegen ich relativ wenig blogge. Trotzdem bemühe mich, bald mal wieder ein Gedicht in die Welt zu setzen. :-)

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