Archiv für März 2010

Liebe Dichter!

Selten les’ ich in der Zeitung
Auch ein bisschen Poesie.
Leider ist es so, Verbreitung
Findet Lyrik leider nie.
Bitterernst statt selbstironisch
Sind die Dichter dieser Zeit.
Hochgestochen, nicht lakonisch
Schimpfen sie die Einsamkeit.

„Ach, wir sind die weisen Dichter,
Hoch in unserm Elfenbein-
Turm sind wir der Welt ein Richter.“
- Doch das Urteil hört kein Schwein!
Weil sie in den Nischen kauern,
Wenn die Sehnsucht sie bedrückt.
Weil sie sich gern selbst einmauern,
Wenn die Freude sie beglückt.

Liebe Dichter, kommt noch heute
Endlich raus zum Tageslicht.
Die Romantik legt beiseite
Und verfasset ein Gedicht.
Wider eure Weltverzückung
Und beklagt mit Mut und Wut
Der Bedrückten Unterdrückung
Mit des Herzens Tinte: Blut.

Seid ein Schwarzes unter Schafen!
Färbt, wenn nötig, euer Fell.
Um die Dummheit zu entlarven,
Folgt dem folgenden Appell:
Statt dem Dasein brav zu fristen
Schreitet schnell zu Tat herbei.
Dichter sind auch Anarchisten,
Denn wer dichtet, kämpft sich frei.

Linke Gedanken im rechten Gewande

[wird überarbeitet]

Ethologische Erkenntnis

Wenn die jungen Hunde bellen,
Hat das einen guten Grund:
Die Instinkte zu verstellen
Schafft man nämlich nicht als Hund.

Ihre Seelen zu ergründen
Ist der Analyse Hohn.
Meistens ist nur eine Hündin
Opfer ihrer Intention.

Dann sieht man bei kleinsten Dackeln
Wie die Brust zur Höhe schwillt
Und sie mit den Schwänzen wackeln:
Jetzt sind sie zur Tat gewillt.

Sind die Viecher erstmal brünstig
Kriegt man sie nicht mehr vom Hals
Deshalb merke dir für Künftig:
Meide sie auf ihrer Balz.

Doch beacht’ das diese Viecher,
Einzeln ohne Schneide sind:
Speichellecker, Bodenkriecher;
Ihre Fahne hängt im Wind.

Ist es zynisch oder komisch:
Jeder Mensch ist selbst ein Hund.
Unterschiede, der Befund,
Existiern nur anatomisch.