Nüchterne Frühlingsgefühle

Das einst vereiste kalte Wasser,
Es fließt jetzt warm zur Mühle.
Das meiste naß, nur manches nasser¹;
Mein Teint war nie im Frühling blasser:
Frühlingsgefühle!

Das Pflanzenleben sprüht auf Erden.
Ich steh’ am Kran und kühle
Die Augen mir, denn deren Werden
das juckt mir: Allergiebeschwerden!
Frühlingsgefühle!

Die Innenstadt erblüht vor Massen,
auch ich bin dort und wühle,
durch Ramsch in Läden kleiner Gassen.
Es drückt, doch ich kann’s sein nicht lassen:
Frühlingsgefühle!

Hier juckt’s, da drückt’s, die Wege scheiden:
Ich sitze zwischen Stühlen.
Wie nennt man dieses starke Leiden?
Und wie soll man’s in Worte kleiden?
Den Frühling fühlen!

__
1 vgl. George Orwell

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