Topmodel

Das nächste Stück zu Heidi bitte,
Fleisch ist heut begehrt wie nie.
So heißt’s bei Heidis Show, die vierte:
Wer ist denn das nächste Vieh?

Pardon ich meinte freilich Frau,
Doch hier fällt es schwer die beiden
(Frau und Vieh) zu unterscheiden:
Es gleicht doch einer Viehbeschau.

Dass sie vielleicht gemolken werde
Treibt die Kuh ins Weidentor.
Die dümmsten gehen mit der Herde,
Doch wer wirft es ihnen vor?

Des Senders Geldes wohl verführt.
Models als Stück Vieh erniedrigt;
Gaffer, Manager: Befriedigt;
Bleibt fraglich wer hier profitiert.

Anmerkung: Ursprünglich der dritten Staffel gewidmet. Hier nun eine modifizierte Version.

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5 Antworten auf „Topmodel“


  1. 1 Merrypaloma 12. Februar 2009 um 19:23 Uhr

    salut maurice …

    gefällt mir dein satireanspruch .. ^^

    an manchen sachen würde ich feilen und drehen und so , aber ich mag meine Gedichte einfach Glatt und Perfektionistisch ohne bestimmte Brüche

    Dennoch Lob. Qualitativ Hochwertiges Prädikat Wertvoll und so ^^

    greetings Merry

    kannst ja auch hier mal gucken, wenn dich interessiert wie ich so schreibe ..

    http://mehrwesen.wordpress.com/

    ist unkontinuierlich und noch ziemlich leer, aber meine anderen Blogs benutze ich nicht mehr und dieses wenigstens ab und zu ^^ also wenns neue Gedichte gibt, dann sind sie da zu lesen

  2. 2 Christoph 13. Februar 2009 um 17:50 Uhr

    Harter Toback, die armen Mädels als Vieh zu bezeichnen, mein lieber Mo ;) Trotzdem trifft es das Ganze wohl ziemlich genau: Ist ja nun nichts anderes als ne Fleischbeschau mit ziemlich fragwürdigen Motiven. Ich meine hier in erster Linie den Sender, der sich mal wieder auf Kosten anderer Menschen eine goldenen Nase verdient*kotz* Würde Pro7 nur nicht Scrubs und die Simpsons zeigen…
    Insofern sollte man den Mädchen ihren Auftritt nicht allzu übel nehmen. Ich sehs so: Würdest du deiner (volljährigen?) Tochter verbieten, zu so einer Show zu dackeln, um sich vor nem Millionenpublikum zum Affen zu machen? Wohl kaum, sind ja alles Erfahrungen die sie sammeln…
    Meine Frage: Machst du dich nicht auch schon “schuldig” in dem Sinne, wenn du die Sendung schaust? Immerhin lebt der Sender ja von deiner und anderen Quoten (Ich guck son Rotz ja nicht^^).

    Gruß

    PS: Meine Mitbewohnerin hats auch geguckt. Man, man, man^^

  3. 3 Emil 13. Februar 2009 um 19:42 Uhr

    Ich geb’s zu: Das Gedicht ist schon eine Holzhammerkritik und ich habe auch lange überlegt, ob ich das so veröffentlichen soll. Allerdings hielt ich es für angebracht. Ich hoffe es ist durchgekommen, dass sich meine Kritik im Grunde an den Sender bzw. seine Profitmaximierungsmaxime richtet. Die Frauen, die sich das antun lassen nehme ich ja auch in Schutz, denn „wer kann es ihnen vorwerfen“, dass sie so handeln.
    Ich würde nicht sagen, dass ich diese Menschen als Vieh identifiziere, sondern der Gesellschaft einen Zerrspiegel vorhalte. Erich Kästner schrieb zu seinem Roman „Fabian“: „Das vorliegende Buch [ist] eine Satire. Es beschreibt nicht, was war, sondern es übertreibt. Der Moralist pflegt seiner Epoche keinen Spiegel, sondern einen Zerrspiegel vorzuhalten. […] Wenn auch das nicht hilft, dann hilft überhaupt nichts mehr“ Die letzte Konsequenz hat ein entlarvendes Moment.

    Das Gedicht hielt ich für wichtig, weil in vielen kritischen Artikeln der unmenschliche Aspekt meines Erachtens viel zu kurz kam.

    Meiner Tochter würde ich es nicht verbieten dort hinzugehen, aber ich würde sie zur Reflexion über die Show ermutigen.

    Im praktikablen Sinne mach ich mich nicht schuldig, da nur bei etwa 1000 ausgesuchten Fernsehern die Programmwahl erfasst wird und bei der Quote es sich schließlich um eine – meiner Meinung nach – unrealistische Hochrechnung handelt. Außerdem könnte ich es ja nicht kritisieren, wenn ich es nicht kennte.

    Ich finds überigens super, dass eine Dikussion zustande kommt. Man braucht wohl erstmal Zündstoff…

    Anmerkung: Diesen Kommentar habe ich beim Übertragen von meinem alen Blog vergessen und grad (März 2011) nachgeholt.

  4. 4 Davieboy 03. März 2011 um 21:31 Uhr

    Das gefällt mir richtig gut. Hast du gut geschrieben. Kann ich 100% zustimmen.

  5. 5 Emil 03. März 2011 um 22:40 Uhr

    Freut mich. O man, das Gedicht ist ja zur 3. Staffel entstanden, also Anfang 2008: Und täglich grüßt der Fernsehtrash.

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