Archiv für Januar 2009

Ein süffisanter Jahresrückblick 2008

[wird überarbeitet]

An die Institution Kirche

Wenn der liebe Gott erführe
Was auf Erden ihr so tut,
Schmiss er euch rasch vor die Türe
Seines Hauses: resolut.

Säh’ er euch noch ihn anbeten,
Packten ihn die Wut und Graus,
Wütend würd’ er dann austreten,
Aus der Kirche, seinem Haus.

Gäbet ihr ihm keinen Frieden,
Ließt ihn gehen auf den Leim,
Wär’ aus Not dahingeschieden
Er im Strick, und wo: Daheim.

Hätt’ es euren Gott gegeben:
Ach, er würd’ euch nicht verstehn.
Er wär’ längst nicht mehr am Leben
Und würd’ sich im Grabe drehn.

Anmerkung: Das Gedicht ist damals zum Katholikentag in Osnabrück für ein Flugblatt entstanden, welches leider nie in den Druck kam.

Der Felsen

Der Fels vom Wasser fest umschlungen
Bildet in die Tief’ ein Tor.
Aus Dunkelheit hervorgedrungen,
Um zu ragen stolz empor.

Es werden wieder Wellen brechen
An dem steinigen Gemüt.
Er wird zerbersten größte Flächen.
Jeder Tropfen einzeln flieht.

Die Kanten scharfe Löwenzähne,
Spitz wie eine Zunge Spott,
Zerteilen selbst des Wassers Träne,
Perlend in den eignen Tod.

Es wagt kein Vogel eine Landung,
Niemals will er sein zu zweit.
So steht der Felsen in der Brandung
Voller stolzer Einsamkeit.