Archiv für Dezember 2008

Gedanken zu Silvester

Wenn des Jahres End’ sich nähert
Hat man einen Feiergrund.
Drum wird fleißig Sekt geleert
An besagter 12. Stund.
Vorher machen dann noch viele
Aus Silvestertradition
Irgendwelche blöden Spiele,
Schutzschild vor der Frustration.

Folgend schleicht sich dann die Trauer,
Denn anscheinend gehts nur heut,
Über’s Jahr und seine Dauer
Ins Bewusstsein jener Leut.
Meist ist man dann gegen Zehne
Voll von solch Melancholie
Und so schießt die erste Träne,
Doch die letzte bleibt es nie.

Trauer weicht um 12 Uhr Stärke:
Das Finale steht bevor!
Böller, Knaller, Feuerwerke
Scheuchen sie vors Gartentor.
Bunte Farben, Explosionen
Bleiben letztlich Schall und Rauch.
Mir mag Kummer innewohnen,
Er bewohnt sie zynisch auch.

Guter Vorsatz sei gefallen,
Kurz bevor es heftig knallt.
Sonst wird er im Lärm verhallen
Und gewiss nicht grade alt.
Leider ist man eh nicht ehrlich
Zu sich selbst in dieser Trance.
Doch Silvester ist ja jährlich:
Nächstes Jahr die neue Chance.

Das Fest der Liebe

Weihnachten herrscht oft der Wille:
„Diesmal wird es familiär.“
Deshalb heuchelt man Idylle
Fällt es da auch noch so schwer.

Und man lädt entfernst’ Verwandte,
Die man eigentlich nicht mag,
Opa, den Cousine, die Tante,
Ein am ersten Weihnachtstag.

Meistens wird ein Lied gesungen,
Darauf folgt Konversation.
Alles wirkt zwar sehr gezwungen,
Doch es bleibt der gute Ton.

Droht ein Streit zu eskalieren,
Weil es keinen Nenner gibt,
Wird die Mutter Tee servieren,
Das man sich gleich wieder liebt.

Gott sei dank nach ein paar Stunden
Hat die arme Seele Ruh‘.
Niemand hat es schön gefunden:
Aber es gehört dazu.

Da mach’ ich beim „Fest der Liebe“
Lieber ein paar Tage frei
Und streu’ Sand in das Getriebe
Dieser Friedensheuchelei.

FKK

Stell dir vor du liegst am Strande
Und du bräunst dich splitternackt.
Neben dir im weißen Sande
Liegt ein deutscher Terrorakt.

Denn du hast aus „Bild“ erfahren:
Bald kann er dein Nachbar sein.
Und dir sträuben sich die Haare,
Denn der Horror trat jetzt ein.

Doch er liegt im ruhigen Schlummer,
Wirkt beinahe fast wie tot.
Eines macht dir dennoch Kummer:
Sonne macht ihn wieder rot.

Und du denkst jetzt voller Panik:
„Wenn der Herr vielleicht erwacht
sinkt das Land wie die Titanic
durch Arschbomben, die er macht“

Links von dir der „Terrorchef“!
Deutscher Herbst ist wieder da!
Früher war es RAF,
Heute nur noch FKK!