Die Eltern wollten, dass du lernst
Das Spiel im Kaufmannsladen.
Es ist soweit: Aus Spaß ward Ernst
Und du erträgst den Schaden.
Mutiert so schnell die Kinderhand
Zur allergröbsten Pranke?
- Der Zauber wird in Glas gebannt
Und stirbt selbst als Gedanke.
Ich seh‘ dich heute tränenblind
Durch’s „wahre Leben“ staksen,
Spielst eifrig „Vater, Mutter, Kind“
Und glaubst dich noch erwachsen.
(mehr…)
Gedichte schreibe ich ins Blaue,
Bestimmungslos irrn sie umher.
Wobei ich stets darauf vertraue,
Dass irgendwann sie irgendwer
Erhalten wird. Auf ihrem Wege
Durchqueren sie des Meeres Lauf,
Doch stoßen unumgänglich auf
Atolle, Ufer, Küsten, Stege.
Bevor der Wind sie auf die Reise
Entlässt, erbitt‘ ich kurze Ruh‘
Und flüstre ihnen schließlich leise
Noch meine Reisebotschaft zu:
„Ertrinkenden seid Rettungsringe
Und Hungerleidenden seid Tang.
Geht keinem Fischer in den Fang.
Gehabt euch wohl als Ankömmlinge.“
Ob Wellen schlagen oder Winde,
Ob Meersalz langsam auf sie wirkt,
Nichts spaltet ihre harte Rinde,
Die ihre zarten Seelen birgt.
Piratenschiffe, Ungeheuer,
Klabautermann und Fieberwahn.
Und noch so manches Seemannsgarn
Ergreift im Seegang oft das Steuer.
Bis sie nach mühevollem Treiben
Ans Ufer spülen mit der Gischt
Um dort solange zu verbleiben
Bis jemand sie vom Strande fischt.
Wie konnten sie zu ihm gelangen?
- Wer sehnsuchtsvoll am Strand verharrt,
Und hoffend in die Ferne starrt,
Wird meine Flaschenpost empfangen.
1. Vorwort
1.1 Zeitdiagnose
1.2 Leitfrage
1.3 Über den Autor
2. Kapital
2.1 Produktionssphäre
2.2 Zirkulationssphäre
2.3 Konsumtionssphäre
3. Staat
3.1 Staatsbeamte
3.2 Der repressive Staatsapparate
3.3 Staatsbevölkerung
4. Das politische System
4.1 Wahlsystem
4.2 Politiker
4.3 Gesetzgebung
5. Warum es bleibt, wie es ist
5.1 Gewohnheit
5.2 Feigheit
5.3 Duldsamkeit
5.4 Ignoranz
5.5 Schweigsamkeit
6. Was tun?
6.1 Der Bruch mit dem Bestehenden
6.2 Was, wenn alle das täten?
6.3 Kunst und Revolution
7. Nachwort
Anmerkung:
In Erinnerung an Georg Kreisler, gestorben im November 2011. Die meisten dieser Lieder sind in den 60er und 70er Jahren entstanden, also schon um die 40 Jahre alt und doch noch sehr aktuell. Natürlich sind einige Passagen kritikwürdig, weil Kreisler z.B. oft personalisiert. Trotzdem halte ich diese Lieder (wie sein Gesamtwerk) für äußerst hörenswert.
Ich werde dich besuchen,
Obwohl du selber nie erscheinst.
Dann gibt es Tee und Kuchen
Und alles ist wie einst.
Dann schwelgen wir im Gestern.
So ist es längst nicht mehr.
Wir waren einst wie Schwestern,
Doch das ist lange her.
Du hast nur wenig Stunden
Für mich. (Was du verneinst)
Sie schrumpfen zu Sekunden.
Die Sanduhr tropft wie einst.
„Die Zeit erlaubt kein Schwächeln“,
So ich: „es ist wie einst.“
Ich seh’ dich zaghaft lächeln
Und spüre doch, du weinst.
Früh merke ich dein Hasten,
Noch lässt es mich nicht kalt.
Ich will dich nicht belasten
Und lüge noch „Bis bald.“
Erntehinweis
Du darfst nicht nur für deine Träume beten
Du wirst nicht durch Sehnsüchte froh.
Stattdessen musst du gegen Bäume treten
Denn du bekommst nur Früchte so.
Epitaph eines Drückebergers
Warum er für das Leben stritt? -
Weil er an eurem Streben litt!
Warum er nie dick schuftete? -
Weil viel zu viel schick duftete!
Warum er nun hier beigesetzt liegt? –
Weil Dummheit doch zu allerletzt siegt!
Kommentare
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Elchverleiher
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