Prezidents Thesen oder: zwei Arten, die Gesellschaft nicht zu begreifen

Der Rapper Prezident wettert in seinem neusten Song gegen die vermeintliche Diskurshoheit neulinker Gutmenschen und bedient sich dabei offen neurechter Sprache und Ideen. Neu ist daran allerdings wenig. Anfang des Jahres blies Dobrindt ins gleiche Horn. Die sich in diesem Fall ausdrückende „allgemeine Unfähigkeit, die herrschende Verhältnisse zu begreifen“ lässt sich gut auf die aktuellen Äußerungen Prezidents übertragen. Anstatt daher die Kritik mit leichten Variationen nochmal zu wiederholen, möchte ich sie an dieser Stelle um ein paar Punkte ergänzen. (mehr…)

Dobrindts Thesen oder: Die allgemeine Unfähigkeit, die herrschende Verhältnisse zu begreifen

Jüngst hat der CSU-Politiker Alexander Dobrindt eine stets latente und immer wieder manifest werdende rechte Verschwörungsideologie hervorgekramt: eine nicht wirklichfassbare, aber dafür umso mächtigere „linke Minderheit“ habe sich in den letzten Jahrzehnten „Schlüsselpositionen gesichert“, sich selbst zu „Volkserziehern“ ernannt und mittels „lautstarke[r] Sprachrohre“ eine „linke Meinungsvorherrschaft“ errungen, durch die sie die „bürgerliche Mehrheit“ unterjochte. Dass dieser Text so geistlos wie sämtliche anderen Verschwörungsideologien ist, wurde hinlänglich aufgezeigt. Dobrindt kommt zu keiner Behauptung, die nicht auch schon von Männerrechtlern, Identitären, Neurechten, Altrechten oder schlicht Nazis vertreten wurde. Von linker Seite gibt es übrigens eine ebenso unreflektierte Antithese: Schuld am aktuellen Zustand der globalisierten Gesellschaft sei eine kleine neoliberale Minderheit. Diese auf beiden Seiten vorherrschenden Gedanken beweisen die durchaus zeitgemäße Unfähigkeit, eine Gesellschaftsanalyse auf der Höhe der Zeit zu formulieren. (mehr…)

Punk bleibt Männersache! Mackertum am Beispiel eines Slime-Konzerts

Anlass dieses Textes war ein Ereignis auf dem gestrigen Konzert der Band Slime im Berliner Astra. Zu Beginn des Konzerts wurde Sänger Dirk Jora von einem aus dem Publikum geworfenen Plastikbecher am Kopf getroffen. Ob es ein gezielter Wurf war oder ob er versehentlich getroffen wurde – denn auf diesem wie auf etlichen Konzerten werden andauernd Becher herumgeworfen – , kann ich nicht beurteilen. Verständlicherweise war Jora aufgrund eines solchen Auftakts ziemlich wütend. Verschiedene Reaktionen wären denkbar gewesen. (mehr…)

Coco – Lebendiger als das Leben! – Eine ideologiekritische Betrachtung

Märchenstunde
Dass die Disneyfilme seit jeher eine durch und durch konservative Moral lehren, verrät schon die Vorliebe des Konzerns für Märchen. Prinzessinnen und Könige wohin man nur sieht. Vordergründig wird wenig von bürgerlichen und umso lieber von aristokratischen Konflikten erzählt. Aber das täuscht. (mehr…)

Spiderman Homecoming – eine ideologiekritische Betrachtung

Das postmoderne Kino kennt nichts Orginäres mehr, nur noch das ewige Zitat, die Interpretation verweist, wie Foucault, der Betvater der Postmoderne einmal schrieb, auf keine interpretationsbedürftige Materie mehr und darum sind ihm die Superheldenverfilmungen das liebste Kind: die immergleichen archaischen Konflikte zwischen quasi-mythologischen Halbgöttern. Und so schafft es Spiderman innerhalb von 15 Jahren zum zweiten Reboot. (mehr…)